Von Jochen Werner

WEILER. Der Einstieg in die Hochzeit der Fastnacht in der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe ist gelungen. WCV-Sitzungspräsident Ewald Lenhart war ganz in seinem Element, hatte das närrische Zepter fest in der Hand. Der Weilerer Musikverein mit Dirigent Jörg Thommes war angetreten, um die Närrinnen und Narrhalesen der VG zur Flaggenhissung einzustimmen, die nach der Matinee erstmals vor der Weilerer Rhein-Nahe-Halle und eben nicht wie sonst, wenn einer der Weilerer Vereine das alternierende Ereignis ausrichtete, auf dem Dorfplatz stattfand.

Petrus war diesmal Gott Jokus und hatte ein Einsehen. Lenhart und Karl Thorn begrüßten die Narren aller Korporationen der Verbandsgemeinde und ihre Gäste zwischen den Schauern im Trockenen. Der VG-Chef wusste bereits vorab: „Geregelt die Dinge mit Stolz und Bravour. Es fehlt heut an nichts, noch nicht eine Spur!“ Oliver Schulz und seine Kameraden schafften es, das von den WCV- und CCW-Garden gebrachte fünffarbbunte Narrenbanner über Halbmast schließlich auf volle Höhe zu ziehen. Und Ortsbürgermeisterin Marika Bell freute sich mit dem 111 Jahre jungen Jubiläumsverein aus ihrer Gemeinde und verkündete die von den Sternsingern mitgebrachte Weihnachtsbotschaft: „Friede, Freude, Fassenacht.“

Zur knapp dreistündigen, ersten Sitzung des Jahres stellte der WCV nach dem offiziellen Teil in der nun pickepackevollen Halle einige Kostproben seiner Jubiläumssession vor. Und hatte gleich nach dem umjubelten Auftritt der Männertanzgruppe Tornados, die sich als Eisbrecher sofort stehende Ovationen verdienten, ein absolutes, wohlgehütetes Geheimnis preiszugeben. Wie letztmals beim 100-jährigen Jubiläum mit Nicole und Timo hat der WCV wieder ein Prinzenpaar. Lea Gregori und Michael Habermann sind die Glücklichen, die auf der Bühne von ihren Vorgängern mit Maschores, Krone und Zepter ausgestattet wurden.

Jubelstürme heimste die Minigarde ein mit ihrem Dutzend Mädels und einem Jungen zwischen drei und neun Jahren. Die Hofsänger konnten zwar nicht in voller Besetzung, dafür aber mit vielen jungen Neuzugängen antreten und einmal mehr gemeinsam mit den musikalischen Leitern und Solisten Andreas und Thomas Stipp herausragende Akzente setzen. Ganz nach dem Motto: „Nach elf und hundert ist noch lange nicht Schluss!“ Danach versprüte die Tanzgruppe Noctua positive Lebensgefühle.

Quasi aus dem Bett im Altersheim heraus feierte das legendäre WCV-Trio mit Herbert „Paule“ Lunkenheimer, Wolfgang Meinel und Joe Vogt seine Wiederauferstehung. Der tolle Vortrag litt nur unter Akustikproblemen in der Halle und der immer höher werdenden Grundlautstärke im Saal. Mit letzterer hatte auch Katrin Lenhart in ihrem Mama-Musical über den dramatischen Tagesablauf mit Kind zu kämpfen. Frei nach dem Motto: „Eine neue Windel ist wie ein neus Leben!“

Neben dem Musikverein durfte zum Jubiläumsauftakt eine nicht fehlen, die vor 15 Jahren auf der WCV-Bühne ihre ersten Auftritte mit dem Lied „i will follow him“ hatte und auch diesmal absolut den Saal rockte: Menna Mulugeta. Zu ihrer Version von Pharrell Williams‘ „Happy“ hielt es auch den Nachwuchs nicht mehr. Jungs und Mädels tanzten begeistert mit.

Bild: Ralf Biegner

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