WCV Weilerer Carneval-Verein bietet beste Unterhaltung – alles mit eigenen Kräften

WEILER – Wer sich um eine Eintrittskarte zu einer der drei Sitzungen des Weilerer Carneval-Vereins (WCV) bemüht hat, wird zweifelsfrei auch für die kommende Kampagne buchen. Denn der Verein hat sich wieder einmal als Garant für Fastnacht im allerbesten Sinne erwiesen: Fassenacht auf höchstem Niveau und alles mit eigenen Kräften – es ist großartig, wie die Verantwortlichen um den Vorsitzenden Dieter Rauber und Sitzungspräsident Ewald Lenhart mit ihren Teams das stemmen.

Nach einem Warm-up der Gruppe „Leopard“ hatte der Saal Betriebstemperatur für den Einzug. Schmetternde Fanfaren der Wachkompanie, Grußworte – und schon war man im vierfarbbunten Programm.

 

Mit sieben Tanzgruppen – alles Eigengewächse quer durch alle Altersklassen –, ideenreicher Choreografie, mitreißender Musik, graziös bis schwungvollen Schrittkombinationen, beeindruckenden Hebefiguren, akrobatischem Wirbel, farbenfrohen und aufs jeweilige Thema zugeschnittenen Kostümen sowie Charme und Liebreiz wurde das Publikum nicht nur in heimische Aktionsfelder, sondern auch nach Afrika und in die neue Welt entführt. Rund 120 Tänzerinnen und Tänzer waren dafür auf der Bühne.

Alterspräsident Wolfgang Meinel entpuppte sich als närrischer Eisbrecher mit köstlichem Klamauk im gesetzten Vers. Die Figur eines Gutmenschen beleuchtete Lea Merz in allen Facetten, und ihre Übereinstimmungen mit der Wirklichkeit waren gewollt zufällig. Johannes „Jojo“ Krollmann breitete die ganze Palette des schönen und lustigen, mitunter auch stressigen Studentenlebens aus. Traut man seiner Schilderung, dann ist es wohl doch eine beneidenswerte Zeit. Kathrin Lenhart war als Integrationsbeauftragte angekündigt. Sie fand in Weiler ein breites Betätigungsfeld – lokale Akzente in köstlichen Humor gepackt. Das war mehr als gekonnt, und die Zuhörer quittierten die Leistung mit frenetischem Beifall und stehenden Ovationen.

Hofsänger laden zur Funzelwanderung

Die Wachkompanie rief zur zweiten Hälfte der Sitzung, und die WCV-Hofsänger luden zur Funzelwanderung. Eine köstliche und höchst amüsante Wanderung. Da begegnete man der heiligen Hildegard in ihrem Hofgut, übersah nicht die (P)inkelsteine auf dem neu gestalteten Kirchplatz, besang die erste im Ort installierte Verkehrsampel, hatte auch für internationale Gäste die sprachlichen Brücken gebaut, während man auf die Rheinbrücke noch lange warten könne. Als Reiseführer leuchtete Thomas Gumbrich mit seinen Mannen auch manche Winkel und Ecken humorvoll aus, mehr als es dem Gemeinderat lieb war. Von ihrem jungen musikalischen Leiter Thomas Stipp bestens aufgestellt, wurde auch gesanglich eine meisterliche Darbietung auf die Bretter gezaubert.

Ein Thema zum nächsten Programmpunkt gab es nicht, aber schon bald war die Persiflage auf Helene Fischer klar, und unter der blonden Perücke verbarg sich kein Geringerer als der Vollblutfastnachter Joachim Vogt. Und als er gar abhob und über die Bühne schwebte, dann war das „atemlos“, denn den Zuschauern verschlug es schier die Sprache. In den Text hatte er auch wieder, von David Stipp routiniert am Klavier begleitet, feine gesangliche Akzente eingepflegt – der Saal tobte.

Zu später Stunde verstand es Elmar Bootz, einen Vortrag zu halten, in dem er sich ein Thema fing, es festhielt und dann ein närrisches Feuerwerk abbrannte. Während er keine Miene verzog, lachten die Zuhörer Tränen. Ein Gardemarsch leitete dann über zum Finale, in dem Sitzungspräsident Ewald Lenhart und seine närrischen Streiter stehende Ovationen eines begeisterten Publikums entgegennahmen.

Quelle: Allgemeine Zeitung Bingen

Von Adam Schmitt | Bild: André Blum

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