Kokolores vom Feinsten

Mitreißende Musik, farbenprächtige Tänze und humorvolle Vorträge, närrische Comedy und Kokolores vom Feinsten, das macht Fastnacht aus. In seiner Sitzungskampagne hat der Weilerer-Carneval-Verein (WCV) alle diese Attribute wieder einmal in hohem Maße erfüllt, begeisterte die mehr als 1400 Sitzungsbesucher. Besucher aus nah und fern, die Jahr um Jahr zu den Sitzungen strömen, um die begehrten Karten ringen, fürs nächste Mal hoffen, wenn sie es über die Warteliste einmal nicht mehr zum begehrten Ticket geschafft haben. 

Nach einem stimmungsvollen „Warm up“ der Gruppe Leopard/Endi und einem vielumjubelten Einzug der närrischen Streiter wirbelte die Minigarde (Einstudierung Nina Schmellmer, Jennifer Arens, Carina Berg und Alice Rumpf) über die Bühne, 34 Kinderbeinchen, bestens einstudiert und der Saal war hellauf begeistert. Viele Kostüme hat Gerhard Lautz, erfahrender WCV-Fastnachter schon ausgefüllt. In seiner Premiere als Protokoller setzte er Zeichen und bewies, was ein politischer Vortrag ausmacht: Schliff, Schärfe, Geistesblitze und die richtige Deklamation  –  Erste Sahne und schon gab es Standing Ovations.

Die Tanzgruppe Schlümpfe (Einstudierung Elisa Biegner, Klara Bootz, Dorotheé Grünewald )  im Irisch Pub überzeugte einmal mehr, dass Tanz und Musik mit einer geschickten Choreographie die Leute von den Stühlen holen kann. Was ein Elferrat tut, macht, zu leisten vermag, berichtete treffsicher Petra Pappert. Ihre bessere Hälfte, selbst Komiteeter, hatte offenbar aus der Kiste geplaudert Die Geschöpfe der Nacht m Freestyle zeigten sich tänzerisch in einer exzellenten Darbietung; die Cabras sind in der Tanzgruppenpalette des WCV eine feste Größe ( Einstudierung Sophie Wagner und Nicole Habermann )

Mutti ist doch die Beste

Die Mami, Mutter, Hausfrau und Erzieherin hat es bislang noch nicht zu einem  Musical gebracht. Kathrin Lenhart hat diese Lücke endlich gefüllt. Ihr Tagesablauf,  mit messerscharfen Beobachtungen, musikalischen Überhöhungen und  Pointen hielt niemandem mehr auf seinem Platz – das war keine Sitzung mehr, eher eine „Stehung“.  Und die Schautanzgruppe der Prinzengarde, Einstudierung: Christa Stipp, Jennifer Lenhart  und Lea Gregori , in einer mitreißenden Feuerwehrparodie führte dann in die verdiente Pause, wobei man auch das neue Interieur der generalsanierten Rhein-Nahe-Halle anerkennend bewunderte.

 

Die Wachkompanie rief die Besucher trommelnd zu ihren Plätzen und überraschte mit Solis, von David Blaschke und Cetric Schuck gekonnt in Szene gesetzt, ehe die Hofsänger mit einer stimmgewaltigen und ideenreichen Schau ins Schwimmbad einluden. Örtliche und überregionale Themen mit gespieltem Humor, vom musikalischen Leiter Thomas Stipp gesanglich hervorragend instruiert,  ließen den Saal kochen. Andreas Stipp hatte sich in seinem gesanglich umgarnten Vortrag mit den „doofen Rhein -Weinliedern“ auseinandergesetzt. Tolle Ideen in einem köstlichen Kokolores und Standing Ovations.

Tornados versetzen das Publikum in Ekstase

Die Tanzgruppe Noctua lud zu Atlantis ein. Das war feinste tänzerische Kost, die überraschte und begeisterte (Leitung Kathrin Lenhart) und stehender Applaus bedankte die Leistung. Ein alter Stimmungssänger, in vielen Masken im Haus des WCV bewährt, hat sich zu einem  Fastnachtscomedien gemausert. Joachim Vogt ließ die Halle toben. Eine meisterliche Leistung, die Bombenstimmung hervorzauberte. Es war der Zeitpunkt, wo Raketen  für die Akteure nicht mehr zählbar waren. „We are Vikings“ ließen die Tornados verlauten – unterstrichen aber auch „Wer are the champions“ – Deutscher Meister im Schautanz männlicher Gruppen. Bei diesem Beitrag drehte das närrische Auditorium schier durch. Standing Ovations, Raketen, nicht enden wollender Applaus unterstrichen die einzigartige Leistung, die man in Weiler wohl kaum bisher so erleben durfte, einstudiert von Bärbel Habermann, Luisa Heyn, Claudia Höhn und Anja Schlarp.  Eine Gruppe, die noch von sich hören lassen wird. Als Guitar King angekündigt, über Blockflötentöne, Klaviert to go trug die Welle der Begeisterung Elmar Bootz zu höchsten närrischen Lorbeeren.  Vorträge, die nur er beherrscht, feinster närrischer Unsinn, Kokolores pur. Das Volk tobte und stand fast auf den Stühlen. Ja wo sollte die Begeisterung noch höher hinaus?

Die Prinzengarde des WCV, Markenzeichen der getanzten Fastnacht, setzte mit dem Gardemarsch (Einstudierung Angelina Lenhart)) einen glanzvollen Schlusspunkt. Eine Klasseleistung, exakt, tänzerisch mit höchsten Anforderungen, ausdrucksstark, ein Wirbel graziöser Beine, der Saal stand Kopf, die Begeisterung war grenzenlos.

Schwungvolles Finale

Und so startete man in ein schwungvolles, mitreißendes Finale, das eine großartige Sitzung beschloss, die ihres gleichen suchen kann. Sitzungspräsident Ewald Lenhart konnte über die Leistungen aller Akteure nur glanzvoll strahlen und „die Narrenkappe ziehen“. Da spürt man dem  Präses auch die Freude an, die ihm  das Amt Regisseur des Frohsinns und der Narretei zu sein, bereitet. Ober-Happy war er, völlig zu Recht.

Der Musikverein Weiler unter Jörg Thommes füllte seinen Part gekonnt aus. Die WCV-Sitzungsgesamtleiter Dieter Rauber, Ewald Lenhart und Dieter Brück konnten die Drehbücher der Sitzungsfastnacht mehr als zufrieden zur Seite legen.

(von Adam Schmitt – veröffentlicht in der AZ Bingen vom 06.2.2018)

 

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